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Automatische Stücklistenerzeugung |
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Geschrieben von: Administrator
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Donnerstag, den 30. September 2010 um 08:33 Uhr |
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Verknüpfung von CAD- mit Warenwirtschaftssystem:
Viele Schaltplanentwickler sind mit dem Problem vertraut: Der Schaltplan ist fertig, und die Stückliste muss noch ausgegeben werden. Für den Einkauf aber ist die Stückliste noch manuell mit bestellfähigen Artikelnummern zu versehen und mit nicht-elektrischen Bauteile zu ergänzen. Nach abgeschlossener Arbeit sind doch noch Korrekturen am Schaltplan nötig, und die Stückliste muss nochmals überarbeitet werden – auf die Gefahr hin, dass Stückliste und Schaltplan nicht mehr synchron sind.
Neben einem erheblichen Mehraufwand für den immer wiederkehrenden Abgleich von Stromlaufplan und Stückliste ist auch eine erhöhte Fehleranfälligkeit zu verzeichnen, da Änderungen in zwei Dokumenten durchzuführen sind, die zu 100% übereinstimmen müssen. Um unseren Kunden aus dem Bereich Hardware-Entwicklung neben schnellen Entwicklungszyklen auch Sicherheit beim Einkauf der Bauteile und eine hohe Qualität der Dokumentation zu bieten, haben wir unsere eingesetzten CAD-Systeme mit unserem Warenwirtschaftssystem verknüpft. Die Artikelstammdaten (Artikelnummern, Preise, Lagerbestand, Beschaffungszeiten etc.) aus dem Warenwirtschaftssystem werden in den CAD-Systemen hinterlegt. Damit können Bauteile schon während der Entwicklung des Stromlaufplans auch auf Kosten und Verfügbarkeit geprüft werden. Bei Bedarf lässt sich die Stückliste jederzeit mit Informationen aus dem Warenwirtschaftssystem ergänzen und ausgeben. Die Stücklisten sind damit mit Blick auf den Schaltplan und das Warenwirtschaftssystem immer konsistent und müssen nicht nachträglich zeitaufwendig und fehlerträchtig überarbeitet werden. Trotz erhöhtem Aufwand bei Erstellung und Pflege der CAD-Bibliotheken ergibt sich in Summe nach mehreren Projekten und Redesigns eine erhebliche Zeitersparnis bei gleichzeitig verringerter Fehleranfälligkeit. Wird auch der Einkaufspreis aus dem Warenwirtschaftssystem übernommen, kann der zu erwartende Serienpreis frühzeitig verfolgt und optimiert werden. Die Verknüpfung zwischen CAD-und Warenwirtschaftssystem kann auf mehrere Arten erfolgen: 1. Warenwirtschaftssystem-basierende Bibliothek Moderne CAD-Systeme wie Altium und dessen DbLib bieten die Möglichkeit, eine externe Datenbank direkt als Bibliothek zu nutzen. Am Beispiel von Widerständen ergibt sich folgendes Szenario: Im CAD-System wird das Widerstandssymbol definiert und die entsprechende Bauform (Footprint) hinterlegt. Anschließend wird die Datenbank des Warenwirtschaftssystems mit allen vorhandenen Widerständen eingelesen. Dabei wird für jeden Eintrag in der Datenbank ein Bibliothekselement im CAD-System erstellt. Den Bibliothekselementen müssen dann das korrekte Widerstandsymbol, die notwendigen Attribute aus dem Warenwirtschaftssystem sowie die entsprechende Bauform zugewiesen werden. Dieser Weg eignet sich besonders für Bauteile, die in sehr großer Anzahl von Varianten existieren, z.B. Rs und Cs, die sich also primär nur in ihren Attributen und Werten unterscheiden. In wenigen Stunden kann so eine Bibliothek mit mehreren Tausend Bauteilen erstellt werden kann. Durch die Weiterverwendung der Attribute und Parameter aus dem Warenwirtschaftssystem entfällt ein zeitaufwendiges und redundantes Anlegen in der CAD-Bibliothek. 2. Informationen manuell in das CAD System übernehmen In die Bibliothek des CAD-Systems werden die Artikelnummer sowie gegebenenfalls zusätzliche Informationen aus dem Warenwirtschaftssystem manuell als Attribut übernommen. Dieser – etwas aufwendigere – Weg eignet sich primär für komplexe Bauteile z.B. ICs, die ohnehin einzeln in der Bibliothek des CAD-Systems erstellt werden müssen. 3. Crossreferenz-Tabelle In einer zusätzlichen Datenbank (Crossreferenz-Tabelle) werden die charakteristischen Bauteilattribute des CAD-Systems (z.B. Widerstand: Wert, Bauform, Toleranz etc.) mit den Artikelnummern des Warenwirtschaftssystems verknüpft. Damit ist es möglich, beim Export der Stückliste die Daten des Warenwirtschaftssystems zusätzlich zu verwenden oder die Stückliste per Excel-Script automatisch zu vervollständigen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem dann an, wenn im CAD-System bereits umfassende und erprobte Bibliotheken vorhanden sind und keine Änderungen an der bestehenden Bibliothek vorgenommen werden sollen. Dabei ist jedoch vorauszusetzen, dass in der CAD-Bibliothek genügend Parameter vorhanden sind, um eine eindeutige Abbildung der Bibliothekselemente auf die Bauteile im Warenwirtschaftssystem zu ermöglichen. Dieser Weg ist relativ unabhängig von den verwendeten CAD- und Warenwirtschaftsystemen. Bei CAD-UL werden mit Hilfe der Crossreferenz-Tabelle mehrere Schaltplaneditoren mit einem Warenwirtschaftsystem verknüpft. Für alle drei Varianten, die hier kurz beschrieben wurden, gelten einige gemeinsame Grundregeln:
- Zwischen Bauteilen im CAD- und im Warenwirtschaftssystem muss eine eindeutige Zuordnung vorgenommen werden.
- Jede Bestückungsänderung muss im Stromlaufplan dokumentiert werden, um im nächsten Schritt wieder eine Stückliste auszugeben zu können, an der dann keine zusätzlichen Modifikationen mehr vorgenommen werden dürfen.
- Leiterplattenelemente, z.B. Fiducial-Marken, werden im CAD-System als nicht bestückt markiert, wenn das System keine spezielle Option zum Umgang mit diesen Objekten anbietet.
- Um eine vollständige Stückliste zu erhalten, werden Leiterplatte und Zubehörteile (Schrauben, Muttern, Label etc.) vom CAD-System als „nonelectrical Parts“ behandelt.
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